Ablauf

Ablauf einer Pflegebegutachtung

 

Nach Eingang einer Gutachtenanfrage wird zunächst geklärt, ob die Fragestellung beantwortet werden kann. Bei Beweisanordnungen von Gerichten werden dem Sachverständigen Gerichts- und Behördenakten zugeschickt. 

 

Gutachten nach Aktenlage können sehr selten erstellt werden. In der Regel ist ein Hausbesuch bei der pflegebedürftigen Person zu vereinbaren. 

 

Der Hausbesuch dauert ca. 1-2 Stunden. Am Anfang wird vom Gutachter der Ablauf der Begutachtung nochmals erklärt. Hiernach wird zunächst die Krankengeschichte erhoben. Wenn eine Pflegedokumentation vorliegt, wird diese in Augenschein genommen. Der aktuelle Medikamentenplan sollte vorliegen. Die pflegerelevanten Räume der Wohnung werden begutachtet sowie alle vorgefundenen Hilfsmittel erfasst.

 

Es werden innerhalb des Hausbesuchs die Funktionsfähigkeit des Bewegungsapparates und der Sinnesorgane durch leichte Tests geprüft, innere und neurologische Gesundheitsstörungen erfasst. Zur Einschätzung der kommunikativen und kognitiven Fähigkeiten können standardisierte Tests zum Einsatz kommen. Psychische Verhaltensauffälligkeiten werden erfasst und die gesamte Versorgungssituation wird dokumentiert. Vorschläge für Hilfsmittelversorgungen, Wohnraumanpassungen, präventive Maßnahmen oder Rehabilitationen werden erörtert. 

 

Das Gutachten wird dann unter Einbeziehung der Untersuchungsergebnisse und Aktenlage innerhalb der nächsten zwei Wochen erstellt und an den Auftraggeber versendet. Zur Verfügung gestellte Akten werden zurückgesendet, bzw. nach Anweisung vernichtet.

 

Wenn in seltenen Fällen Rückfragen zum Gutachten gestellt werden, werden diese nach Aktenlage beantwortet. 

 

Für die Qualitätssicherung ist es hilfreich, wenn eine Rückmeldung über den Ausgang des Verfahrens gegeben wird.

 

Vorbereitung auf die Begutachtung

 

Eine gute Vorbereitung auf den Hausbesuch gibt den Beteiligten mehr Sicherheit. Dokumente helfen den Sachverhalt aufzuklären. 

 

Die zu begutachtende Person sollte sich nach Möglichkeit von einer oder mehrerer Vertrauenspersonen beim Hausbesuch unterstützen lassen.

Bitte legen Sie eventuell vorhandene aktuelle Arztbriefe oder Krankenhausentlassungsberichte vor. Wenn Sie Medikamente einnehmen, ist ein schriftlicher Medikamentenplan (Medikamentenname, Stärke, Dosierung und Häufigkeit der Einnahme) sinnvoll. Auch Injektionen, Infusionen, Augentropfen, Salben, Dosieraerosole und Sauerstoff etc. sind Medikamente.

Wenn regelmäßig Vitalzeichen wie Blutdruck, Blutzucker o.ä. gemessen werden müssen, sollte hierüber eine Dokumentation der letzten 4 Wochen einsehbar sein. Wenn chronische Wunden behandelt werden, ist eine aktuelle Wunddokumentation hilfreich.

 

Bei der Begutachtung wird nach dem aktuellen Körpergewicht und der Körpergröße gefragt. 

 

Außerdem ist es wichtig, die dauerhaft behandelnde Ärzte (Name, Fachrichtung, Ort) benennen zu können. Hierbei wird auch erhoben, wie oft die Praxen aufgesucht werden oder wie oft Hausbesuche durchgeführt werden.  Gleiches gilt für Physiotherapie, Ergotherapie und medizinische Fußpflege.

 

Die pflegenden Personen sollten mit Namen, Vorname, Geburtsdatum, Adresse und Pflegeaufwand benannt werden können.